Jeder Mensch braucht eine Wohnung!
Hagen. / Hattingen / Iserlohn. / Schwelm. / Witten. Die Wohnungslosenhilfe der Diakonie Mark-Ruhr (DMR) weist auf den bundesweiten Aktionstag der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. (BAG W) am 11.09.2025 hin. Das diesjährige Motto lautet: „Politik in die Pflicht nehmen – Wohnungslosigkeit beenden.“ Die BAG W stellt dabei die Forderung, diejenigen in die Verantwortung zu nehmen, die wohnungspolitische Entscheidungen treffen und richtet in dem diesjährigen Statistikbericht 2023 ein besonderes Augenmerk auf das Thema: „Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit unter Migrantinnen und Migranten.“
Die Forderung nach einem Ausbau des sozialen Wohnungsbaus wird schon seit längerer Zeit auch von der DMR an die Politik gestellt. Auch das Thema „Migration“ hat in den letzten Jahren in der täglichen Beratungsarbeit vor Ort an Relevanz gewonnen, da Migrantinnen und Migranten zunehmend von Wohnungslosigkeit betroffen sind und somit die Angebote der DMR verstärkt nutzen.
Die DMR betreibt an fünf Standorten in Witten, Hattingen, Schwelm, Iserlohn und Hagen Fachberatungsstellen der Wohnungslosenhilfe, Ambulant Betreutes Wohnen sowie das Projekt „Endlich ein ZUHAUSE!“. Die Landesinitiative wird vom MAGS NRW (Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales) und der Europäischen Union gefördert. Ziel der Projektarbeit ist es, Wohnungsverluste zu vermeiden und Wohnraum für wohnungslose Menschen zugänglich zu machen.
Die DMR arbeitet mit ihren Beratungsstellen der Wohnungslosenhilfe und dem angegliederten Projekt „Endlich ein ZUHAUSE!“ in guter sowie in enger Zusammenarbeit mit dem EN-Kreis und den Kommunen intensiv daran, wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen zu unterstützen. Darüber hinaus wird im Rahmen der regelmäßigen Teilnahme an verschiedenen politischen Ausschüssen, wie z.B. dem Sozialausschuss des EN-Kreises oder der verschiedenen Kommunen, auf die prekäre Lebenssituation wohnungsloser und von Wohnungslosigkeit bedrohter Menschen aufmerksam gemacht. Die Erfahrungen aus der Beratungsarbeit liefern hierfür eine wichtige Grundlage.
Die Beratungsstellen der Wohnungslosenhilfe im Ennepe-Ruhr-Kreis haben im Jahr 2024 insgesamt 1215 Personen beraten, von denen 590 Menschen einen Migrationshintergrund hatten. Dies macht nahezu fast die Hälfte aller Ratsuchenden aus und bestätigt die Ergebnisse aus dem Statistikbericht 2023 der BAG W, dass ein Migrationshintergrund ein möglicher Risikofaktor in Bezug auf Wohnungslosigkeit sein kann.
Zudem wurden im Rahmen des Projekts „Endlich ein ZUHAUSE!“ seit April 2022 bis zum Stichtag 30.06.2025 an den drei Standorten Witten, Hattingen und Schwelm insgesamt 423 Haushalte mit 737 Personen unterstützt. Von den 423 Haushalten wurden im Rahmen der Prävention 176 Haushalte mit 356 Personen und 247 wohnungslose Haushalte mit 381 Personen beraten. Die Anzahl der Kinder in den jeweiligen Haushalten variierte zwischen einem und bis zu acht Kindern. Auch darunter befindet sich ein großer Anteil an Menschen mit Zuwanderungsgeschichte.
Insbesondere Familien mit mehreren Kindern und Migrationshintergrund sind am Wohnungsmarkt erheblich benachteiligt. Neben unzureichendem Wohnraum sind Sprachbarrieren, ein erschwerter Zugang zu Sozialleistungen und bezahlbarem Wohnraum besondere Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Des Weiteren leben vorwiegend Menschen mit Migrationshintergrund teilweise in unzumutbaren Wohnverhältnissen, etwa mit mehreren Personen in viel zu kleinen Wohnungen.
Anders als in den Großstädten, wie z.B. Köln, Düsseldorf oder Dortmund, lebte im EN-Kreis lediglich eine kleine Anzahl der wohnungslosen Menschen auf der Straße. Der größte Teil versuchte, sich durch „Couchsurfing“ bei wechselnden Freunden oder Bekannten zumindest tageweise eine Unterkunft zu beschaffen. Insbesondere bei Menschen mit Migrationshintergrund zeigt sich eine deutlich höhere Bereitschaft in der Familie oder im Bekanntenkreis, wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen aufzunehmen. Diese „verdeckte Wohnungslosigkeit“ findet häufig unter prekären Umständen und nicht selten unter Ausnutzung der Notlage der Menschen statt.
Besonders wichtig ist, zu bedenken: Jede und jeder von uns kann unter bestimmten Umständen in diese Situation geraten!
In den meisten Fällen entsteht (drohende) Wohnungslosigkeit durch körperliche, psychische oder suchtbezogene Erkrankungen, Arbeitsplatzverlust, Trennung und Scheidung, häusliche Gewalt, Schwierigkeiten im Umgang mit Behörden oder aufgrund sprachlicher Barrieren und Diskriminierungspraktiken am Wohnungsmarkt. Diese häufig nicht ungewöhnlichen Lebensereignisse sowie institutionelle und strukturelle Herausforderungen, führen in Kombination mit fehlender Unterstützung im Umfeld zu dem, was wir sehen - nämlich zu sichtbar obdachlosen Menschen auf der Straße und vor allem auch zu dem, was wir nicht sehen - einer großen Anzahl wohnungsloser Menschen, die, im öffentlichen Raum nicht sichtbar, kein sicheres und eigenes Zuhause haben!
Kontakt:
Wohnungslosenhilfe in Hagen
Rathausstraße 31
58095 Hagen
Telefon: 02331 29575
Telefax: 02331 925481
Mehr: https://www.diakonie-mark-ruhr.de/unterstuetzung-und-beratung/wohnungslosenhilfe/hagen
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Wohnungslosenhilfe in Hattingen
Augustastraße 7
45525 Hattingen
Telefon: 02324 99499-61
E-Mail: wohnungslosenhilfe-hattingen@diakonie-mark-ruhr.de
Mehr: https://www.diakonie-mark-ruhr.de/unterstuetzung-und-beratung/wohnungslosenhilfe/hagen-1
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Wohnungslosenhilfe in Iserlohn
Trift 3
58636 Iserlohn
Telefon: 02371 24405
Mehr: https://www.diakonie-mark-ruhr.de/unterstuetzung-und-beratung/wohnungslosenhilfe/hagen-2
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Wohnungslosenhilfe in Schwelm
Kaiserstraße 55-59
58332 Schwelm
Telefon: 02336 6001
E-Mail: bswschwelm@diakonie-mark-ruhr.de
Mehr: https://www.diakonie-mark-ruhr.de/unterstuetzung-und-beratung/wohnungslosenhilfe/hagen-3
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Wohnungslosenhilfe in Witten
Röhrchenstr. 10
58452 Witten
Telefon: 02302 91484-24
E-Mail: wohnungslosenhilfe-witten@diakonie-mark-ruhr.de
Mehr: https://www.diakonie-mark-ruhr.de/unterstuetzung-und-beratung/wohnungslosenhilfe/hagen-4




