Diakonie Mark-Ruhr
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Fachtag des Netzwerkes PortA³ in Hagen: Junge Geflüchtete auf dem Weg zur Fachkraft


Hagen. Am 11. November 2025 fand im Wichernhaus der Diakonie Mark-Ruhr in Hagen der diesjährige Fachtag des Projektes PortA³ „Aufnahme – Ausbildung – Arbeit für Geflüchtete“ statt. Rund 40 Teilnehmende aus verschiedenen Bildungseinrichtungen, Beratungsstellen, Projekten und Institutionen kamen zusammen, um sich zum Thema „Junge Geflüchtete auf dem Weg zur Fachkraft – Bildungswege zwischen Schule, Ausbildung und Beruf“ auszutauschen. Das Projekt PortA³ wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und des Europäischen Sozialfonds gefördert. Seit 2008 arbeiten die drei Wohlfahrtsverbände AWO, Caritas und Diakonie in Hagen in diesem Arbeitsfeld eng zusammen.

Ziel des Fachtages war es, die Übergänge von Schule über Ausbildung bis in den Beruf für junge Zugewanderte zu beleuchten und gemeinsam Wege zu entwickeln, diese Übergänge künftig noch effizienter zu gestalten. Dabei stand – ganz im Sinne des Mottos „one face to the customer“ – die Frage im Mittelpunkt, wie Beratungs- und Vermittlungsprozesse für Jugendliche mit Flucht- und Migrationsgeschichte kurz, klar und koordiniert gestaltet werden können.

Im Verlauf des Vormittags boten verschiedene Akteur:innen aus Bildung, Wirtschaft und Verwaltung praxisnahe Einblicke in ihre Arbeit. Marco Luciani, Ausbildungsleiter der C.D. Wälzholz GmbH, berichtete aus der Unternehmenspraxis, wie Betriebe junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte erfolgreich in Ausbildung integrieren und welche Rahmenbedingungen dafür entscheidend sind. Sabrina Diehl, Leiterin der Pflegeschule maxQ, stellte Wege und Herausforderungen bei der Gewinnung von Auszubildenden im Pflegebereich vor. Ergänzend informierte Anna Feder von der Volkshochschule Hagen über Sprachförderangebote und den Zugang zu berufsbegleitenden Deutschkursen, während Anja Schaube vom Kommunalen Integrationszentrum darlegte, wie die schulische Beratung und Zuweisung neuzugewanderter Jugendlicher im Bereich der Berufskollegs organisiert ist. Vertreter:innen der Hagener Berufskollegs, Vivienne Boyd-Deák und Bernd Stegemann, berichteten über ihre Erfahrungen in der Arbeit mit zugewanderten Schüler:innen am Beginn ihrer beruflichen Integration. Den Abschluss bildete ein Beitrag der Jugendberufsagentur Hagen, in dem Kerstin Olschewski über Chancen in Mangelberufen und die Schnittstellenarbeit zwischen Jobcenter und Agentur für Arbeit informierten.

Die Veranstaltung bot Raum für intensive Gespräche und Vernetzung – sowohl im Plenum als auch in den Pausen. Viele Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, um Kontakte zu vertiefen und gemeinsame Vorhaben für das kommende Jahr anzustoßen. „Die Rückmeldungen der Teilnehmenden zeigen, dass der Fachtag praxisnah, lebendig und motivierend war. Besonders der direkte Austausch zwischen Bildungsträgern, Betrieben und Beratungsstellen wurde als gewinnbringend empfunden“, betonte Heike Spielmann, Leiterin des Fachbereichs Integration und Migration bei der Diakonie Mark-Ruhr. „Deutlich wurde, dass die Integration junger Geflüchteter in Ausbildung nur im engen Zusammenspiel von Schule, Sprachförderung und Praxis gelingen kann. Viele der anwesenden Partner:innen haben bereits erste Ideen für neue Kooperationen entwickelt, die im kommenden Jahr weiterverfolgt werden sollen“, so Rossitza Dikova-Osthus, Mitarbeiterin der Diakonie Mark-Ruhr und Koordinatorin des Netzwerkes PortA³ in Hagen. Mit den vereinbarten Verabredungen und der klaren Zielorientierung zeigte der Fachtag erneut, wie wertvoll der gemeinsame Austausch im Netzwerk PortA³ für die lokale Integrations- und Ausbildungsarbeit ist.


Bildzeile: Vertreter:innen aus Bildung, Wirtschaft und Sozialarbeit kamen beim Fachtag des Projekts PortA³ in der Diakonie Mark-Ruhr in Hagen zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie junge Geflüchtete auf ihrem Weg zur Fachkraft noch gezielter unterstützt werden können.