Tradition trifft Innovation: Fachkräfte im Austausch für die Zukunft der Jugendhilfe
Iserlohn. Im Jubiläumsjahr ihres 250-jährigen Bestehens hat die Evangelische Jugendhilfe Iserlohn-Hagen (EJH), Tochtergesellschaft der Diakonie Mark-Ruhr, mit der Fachtagung „Tradition trifft Innovation – Bewährte Werte treffen auf neue Wege“ ein starkes Zeichen für die Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe gesetzt. Rund 65 Fachkräfte aus Jugendhilfe, Schule und sozialen Organisationen nutzten die Veranstaltung, um sich über aktuelle Herausforderungen, bewährte Ansätze und neue Perspektiven auszutauschen.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich langjährige Erfahrungen mit innovativen Konzepten verbinden lassen. Unter dem Leitgedanken „Aus der Vergangenheit lernen, die Zukunft gestalten“ wurde deutlich: Nachhaltige Jugendhilfe braucht beides – ein solides Wertefundament und die Offenheit für Veränderung. Ein besonderer Programmpunkt war die Vorstellung der wissenschaftlichen Chronik zur 250-jährigen Geschichte der EJH. Prof. Dr. Holger Wendelin von der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe, der die Chronik erarbeitet hat, konnte krankheitsbedingt nicht teilnehmen. Stattdessen gaben Moderator Matthias Börner und EJH-Geschäftsführer Reinhard Meng Einblicke in Entstehung und Aufbau des Werks. Die Chronik beleuchtet die Entwicklung der Einrichtung aus sozialpädagogischer Perspektive und rückt insbesondere die Geschichte der Heimerziehung in den Fokus. Grundlage bilden umfangreiche Archivbestände sowie Zeitzeug:innen-Interviews aus der Nachkriegszeit.
Fachliche Impulse lieferten zudem Beiträge aus Praxis und Wissenschaft: Martin Lemme (Systemisches Institut für Neue Autorität) stellte mit seinem Ansatz der „Neuen Autorität“ die Bedeutung von Präsenz und gewaltfreiem Handeln in Führung und Erziehung heraus. Stefanie Ulrich, Volljuristin und systemische Coachin, beleuchtete aktuelle rechtliche Entwicklungen und Reformperspektiven der Kinder- und Jugendhilfe. Matthias Röder, Amtsleiter eines Jugendamts, zeigte auf, wie bewährte Hilfesysteme ressourcenorientiert weiterentwickelt werden können.
Die Fachtagung machte deutlich, wie wichtig der fachübergreifende Austausch für die Zukunft der Jugendhilfe ist – und wie gewinnbringend die Verbindung von Tradition und Innovation sein kann.
Ausblick auf die kommenden Veranstaltungen: Die zweite Fachtagung „Innovation trifft Vision“ findet am 17. September 2026 statt, die dritte Fachtagung „Sexualität, Schutz und Selbstbestimmung in der Jugendhilfe“ am 17. November 2026. Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.250jahre-ejh.de
Bildzeile: Die Teilnehmenden der Fachtagung „Tradition trifft Innovation“ der Evangelischen Jugendhilfe Iserlohn-Hagen kamen zum gemeinsamen Gruppenfoto zusammen.




