Diakonie Mark-Ruhr
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„Housing First“: Erster Mieter zieht in Iserlohner Wohnung ein


Iserlohn. Ein wichtiger Schritt zurück in ein selbstbestimmtes Leben: Der erste Mieter des „Housing First“-Programms des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) in Iserlohn bezieht am 1. August nach drei Jahren Wohnungslosigkeit seine eigene Wohnung. Begleitet und unterstützt wird er dabei von der Wohnungslosenhilfe der Diakonie Mark-Ruhr.

Das Programm „Housing First“, aufgelegt durch den LWL, verfolgt das Ziel, Wohnungslosigkeit unmittelbar zu beenden. Statt zunächst weitere Hilfeschritte vorauszusetzen, steht die eigene Wohnung am Anfang des Unterstützungsprozesses. Die Förderung richtet sich an Menschen, die mindestens ein Jahr durchgehend oder innerhalb von drei Jahren in mehreren Zeiträumen insgesamt wohnungslos waren und gleichzeitig von besonderen sozialen Schwierigkeiten betroffen sind. Dazu können beispielsweise finanzielle Probleme, fehlende soziale Kontakte, Gewalterfahrungen oder ein nicht gesichertes Einkommen gehören.

Der Erfolg des Projekts beruht auf der engen Kooperation zwischen dem LWL, der die finanziellen Rahmenbedingungen schafft und der Unterstützung vor Ort. Für die Arbeit mit der Zielgruppe der Wohnungslosenhilfe der Diakonie Mark-Ruhr ist das Projekt eine wertvolle Ergänzung. Die Einrichtung berät und begleitet Menschen aus Iserlohn, Hemer, Menden und Balve, die wohnungslos sind, vom Wohnungsverlust bedroht werden oder sich in schwierigen Wohnverhältnissen befinden. Die Mitarbeitenden unterstützen unter anderem bei der Existenzsicherung, bei Behördenangelegenheiten, der Durchsetzung von Rechtsansprüchen sowie bei der Suche und dem Erhalt von Wohnraum. Auch nach dem Einzug stehen sie den Menschen weiterhin beratend und unterstützend zur Seite.

Im Falle der ersten „Housing First“-Wohnung in Iserlohn arbeitete Vermieter Alexander Wrobel eng mit der Wohnungslosenhilfe der Diakonie Mark-Ruhr zusammen. „Es ist ein gutes Projekt, um etwas Gutes zu tun“, sagt er. Nach dem Erwerb wurde die Wohnung umfassend aufgewertet: Es wurden neue Bodenbeläge verlegt, die Badezimmerausstattung modernisiert, Küchengeräte erneuert und die Wohnung professionell gereinigt. „Wir wollten einen schönen Zustand erzielen, bei dem der Mieter sagt: Hier möchte ich einziehen.“

Die Wohnungslosenhilfe begleitete den zukünftigen Mieter von Beginn an, besichtigte gemeinsam mit ihm die Wohnung und unterstützte bei der Unterzeichnung des Mietvertrags. Auch diese Begleitung ist Teil des Förderprojekts. Darüber hinaus werden Hilfestellungen bei der Einrichtung der Wohnung sowie eine nachgehende Betreuung für ein Jahr nach dem Einzug gefördert.

„Durch unsere langjährige Arbeit kennen wir viele Klientinnen und Klienten persönlich. Dadurch können wir einschätzen, wer die Voraussetzungen für das Projekt erfüllt und für wen eine solche Chance genau der richtige nächste Schritt ist“, erklärt Stefanie Schulte, Einrichtungsleitung der Wohnungslosenhilfe der Diakonie Mark-Ruhr.

Sie hofft, dass das Projekt weitere Eigentümerinnen und Eigentümer zum Mitmachen motiviert: „Vielleicht bekommen andere Vermieter mit, dass es dieses Projekt gibt, und möchten sich ebenfalls beteiligen.“

Auch für den neuen Mieter beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt. „Der Klient ist sehr motiviert und freut sich schon sehr auf den Einzug“, sagt Schulte. Denn die eigene Wohnung bedeutet weit mehr als nur ein Dach über dem Kopf: „Die Wohnung ist die Basis des Mieters. Von dort aus versuchen wir, in allen Lebensbereichen zu unterstützen.“

 

Über „Housing First“:

Der Erwerb von Wohnungen im Rahmen des Projekts erfolgt unter besonderen Voraussetzungen des LWL. So werden beispielsweise die Größe der Wohnung oder die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr vor der Förderzusage geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung können Neubau oder Erwerb mit bis zu 40 Prozent der Kosten, maximal 40.000 Euro, gefördert werden.

Weiterführende Informationen gibt es unter: LWL | Housing First - LWL-Inklusionsamt Soziale Teilhabe

 

Bildzeile:
Freuen sich auf den Einzug des ersten „Housing First“-Mieters in Iserlohn: Anja Breer (Gebäudereinigung Breer), Vermieter Alexander Wrobel und Stefanie Schulte, Einrichtungsleitung der Wohnungslosenhilfe der Diakonie Mark-Ruhr.