Auftakt „Jugendhilfe im Dialog“: Was Kinder und Jugendliche wirklich brauchen
Iserlohn. Mit einer öffentlichen Podiumsdiskussion ist die Veranstaltungsreihe „Jugendhilfe im Dialog“ der Evangelische Jugendhilfe Iserlohn-Hagen (EJH) erfolgreich gestartet. Anlass ist das 250-jährige Jubiläum der Tochtergesellschaft der Diakonie Mark-Ruhr in diesem Jahr. Im Mittelpunkt des Abends stand eine zentrale Frage: „Was brauchen Kinder, Jugendliche und Familien für ein gelingendes Aufwachsen in Iserlohn?“
Moderator Matthias Börner, theologischer Geschäftsführer der Diakonie Mark-Ruhr, diskutierte gemeinsam mit Jennifer Salzmann-Vogt (Stadt Iserlohn), Stefan Woelk (Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses), Reinhard Meng (Geschäftsführer der Evangelischen Jugendhilfe Iserlohn-Hagen) und Tommy Köhler, Projektleiter des Jugendkulturcafé YOU. Ebenfalls mit dabei und besonders wichtig: Auch junge Menschen selbst kamen zu Wort. Die 14-jährige Johanna brachte ihre Perspektiven aus dem Kinder- und Jugendparlament der EJH sowie dem „KiJuRat“ der Stadt Iserlohn ein – und machte deutlich, wie groß der Wunsch nach Mitbestimmung ist.
Bereits im Vorfeld hatten Kinder, Jugendliche und Eltern ihre Anliegen auf Plakaten in Einrichtungen festgehalten. Die Bandbreite reichte von mehr Angeboten für Familien mit kleinen Kindern über sichere und saubere Spielplätze bis hin zu einer familienfreundlicheren Infrastruktur. Über alle Altersgruppen hinweg wurde ein Wunsch besonders deutlich: mehr Arbeitsgemeinschaften in Schulen und zusätzliche außerschulische Angebote.
Jugendliche forderten darüber hinaus mehr Räume für Begegnung und Beteiligung. Chancengleichheit, Zukunftsperspektiven, bezahlbarer Wohnraum und eine verlässliche gesundheitliche Versorgung bewegten sie ebenso. Ein Teilnehmer brachte es auf den Punkt: Viele Kinderwünsche sind eigentlich Erwachsenenthemen – und Kinder sollten sich nicht mit finanziellen Sorgen oder ärztlicher Versorgung beschäftigen müssen.
Die Diskussion lebte nicht nur vom Podium: Zahlreiche Besucher:innen brachten sich mit eigenen Beiträgen, Fragen und Erfahrungsberichten engagiert ein. Lehrkräfte signalisierten ihre Bereitschaft, Informationen über Angebote stärker in die Schulen zu tragen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass klare Zuständigkeiten und bessere Kommunikationswege notwendig sind, um bestehende Hilfs- und Freizeitangebote niedrigschwellig zugänglich zu machen. „Viele junge Menschen wollen sich einbringen – wissen aber nicht wie“, betonte Tommy Köhler.
Einen besonderen Rahmen erhielt der Abend durch das begleitende Graphic Recording: EJH-Mitarbeiterin Lena Bürger hielt zentrale Aussagen, Ideen und Stimmungen visuell fest. So entstand ein lebendiges Gesamtbild der Diskussion, das die Vielfalt der Perspektiven eindrucksvoll widerspiegelt.
Ein zentrales Fazit: Das Bedürfnis nach Gemeinschaft, Sicherheit und Eigenverantwortung ist groß. Gleichzeitig stehen viele Angebote angesichts der angespannten Haushaltslage vor finanziellen Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, sich klar für eine starke Kinder- und Jugendhilfe einzusetzen und bestehende Strukturen zu sichern und weiterzuentwickeln.
Die Reihe „Jugendhilfe im Dialog“ wird fortgesetzt. Gemeinsam mit jungen Menschen, Politik, Verwaltung und engagierten Bürger:innen arbeitet die EJH weiter daran, gute Bedingungen für das Aufwachsen in unserer Region zu schaffen. Weitere Informationen: www.250jahre-ejh.de
Bildzeile: Die Teilnehmenden der Podiumsdiskussion diskutierten gemeinsam mit Moderator Matthias Börner (links) über die Frage, was Kinder und Jugendliche für ein gelingendes Aufwachsen in Iserlohn brauchen.




