Workshop am Reichenberg-Gymnasium: Aufklärung über die Loverboy-Methode im Fokus
Ennepetal. Am 6. und 7. Mai 2026 fand am Reichenberg-Gymnasium Ennepetal ein zweitägiger Workshop der spezialisierten Fachberatungsstelle „Opfer von Menschenhandel“ der Diakonie Mark-Ruhr statt. Wie bereits im Vorjahr richtete sich das Angebot an Schülerinnen im Alter von 14 bis 16 Jahren und wurde im Rahmen der Mädchenförderung gemeinsam mit den Lehrerinnen der Schule organisiert.
Im Mittelpunkt des Workshops stand die sogenannte Loverboy-Methode – eine Form des Menschenhandels zur sexuellen Ausbeutung. Dabei bauen Täter gezielt emotionale Beziehungen zu jungen Mädchen auf, um sie abhängig zu machen und später auszunutzen.
In interaktiven Einheiten setzten sich die 34 Teilnehmerinnen mit unterschiedlichen Aspekten des Themas auseinander.
Dabei ging es unter anderem um folgende Fragen:
- Was verbirgt sich hinter der Loverboy-Methode?
- Wie gehen Täter vor?
- Welche Strategien nutzen sogenannte Loverboys?
- Welche Warnsignale sollten ernst genommen werden?
- Wie können sich Mädchen schützen?
- Wo finden Betroffene Unterstützung und Hilfe?
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem sicheren und bewussten Umgang mit sozialen Medien. Da viele Kontaktanbahnungen über Plattformen wie Instagram oder Snapchat stattfinden, wurde insbesondere die Bedeutung von Aufmerksamkeit und Selbstschutz im digitalen Raum thematisiert.
Die Schülerinnen beteiligten sich engagiert an den Gesprächen und Übungen. Viele äußerten im Anschluss, dass sie sich durch den Workshop besser informiert und für mögliche Gefahren sensibilisiert fühlen. Die Diakonie Mark-Ruhr bietet Betroffenen sowie Angehörigen und Fachkräften weiterhin vertrauliche Beratung und Unterstützung an.
Kontakt:
Spezialisierte Fachberatungsstelle für Opfer von Menschenhandel der Diakonie Mark-Ruhr in Hagen
spezialisierte.fachberatungsstelle@diakonie-mark-ruhr.de
Zum Hintergrund:
Die spezialisierte Fachberatungsstelle der Diakonie Mark-Ruhr, gefördert durch das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes NRW berät, begleitet und unterstützt Frauen die betroffen von Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung sind. Häufig werden die Frauen mit falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt und hier zur Prostitution gezwungen. Menschenhandel ist jedoch ein Straftatbestand im Sinne des Strafgesetzbuches und damit eine Form von sexualisierter Gewalt. Die Fachberatungsstelle bietet ebenfalls Hilfe in Form von Beratung bis hin zu einer Unterbringung von betroffenen Mädchen und Frauen der Loverboymethode. Loverboys sind junge Männer, die Mädchen oder Frauen erst die große Liebe vortäuschen, um sie später zur Prostitution zu zwingen. Die Mitarbeiterinnen der Fachberatung unterliegen der Schweigepflicht. Eine Beratung kann anonym erfolgen. Alle Gesprächsinhalte werden streng vertraulich behandelt.




