Diakonie Mark-Ruhr
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Diakonie-Sonntag: Ev. Kirchengemeinde Letmathe feiert 150-jähriges Bestehen


Iserlohn-Letmathe. Dass Kirche und Diakonie unwiderruflich zusammengehören, wurde jetzt in evangelischen Kirchengemeinde Letmathe deutlich. Dort wurde unter dem Motto „Vielfalt leben. Hoffnung geben“ der Diakonie-Sonntag im Rahmen des 150-jährigen Jubiläums der Kirchengemeinde gefeiert. Volker Holländer, kaufmännischer Geschäftsführer der Diakonie Mark-Ruhr, gratulierte herzlich und sprach ein Grußwort.

Zunächst wurde zu einem Festgottesdienst in die Friedenskirche eingeladen. Neben Gemeindepfarrerin Anthea Haacke wirkten bei diesem besonderen Gottesdienst Superintendent Pfarrer Oliver Günther und als Gastprediger Pfarrer Rüdiger Schuch, Präsident der Diakonie Deutschland und Vorstandsvorsitzender des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung, mit.

Im Rahmen des Festgottesdienstes predigte Pfarrer Rüdiger Schuch über Nächstenliebe, Verantwortung für den Nächsten und Barmherzigkeit. Dabei warf er die Frage auf, wer ist heute der Nächste? Laut Schuch hat die Gemeinschaft auch eine Verantwortung für die nachfolgende Generation sowie für die Menschen, die nicht unter ihnen sind. Die Verantwortung und die Nächstenliebe müssen somit unabhängig von Raum und Zeit betrachtet werden.

Im Gottesdienst wurden in Anbetracht des Diakonie-Sonntags natürlich die verschiedenen diakonischen Einrichtungen rund um die Friedenskirche erwähnt. Die Kollekte war dann schließlich für den Mittagstisch „Ma(h)lzeit“ bestimmt, der seit nunmehr 19 Jahren für Bedürftige und Einsame eine Anlaufstelle ist.

Nach dem Gottesdienst ging es zum Beisammensein ins benachbarte Dietrich-Bonhoeffer-Gemeindehaus. Dort konnte neben zahlreichen Gemeindemitgliedern auch Bürgermeister Michael Joithe unter den Ehrengästen begrüßt werden. Nach einleitenden Worten von Pfarrerin Anthea Haacke hatte bei den Grußworten zunächst Volker Holländer, kaufmännischer Geschäftsführer der Diakonie Mark-Ruhr, das Wort. Ihm war es eine große Freude zugegen zu sein und er lobte das lebendige kirchliche Leben in Letmathe. Kirche verkünde laut Holländer das Wort und Diakonie bringe das Wort schließlich in die Tat. Beides ohne einander sei unvorstellbar. „Kirche und Diakonie stehen in Letmathe Seite an Seite“, so Holländer. Als ein gutes Beispiel für die vielen diakonischen Einrichtungen vor Ort hob er den unter anderem den Bahnsteig 42, einen Außenarbeitsplatz der Iserlohner Werkstätten unter dem Dach der Diakonie Mark-Ruhr, als Stück gelebter und inklusiver Gemeinschaft hervor.

Grußworte hatte auch Andreas Müller von der Aktion Mensch, die seinerzeit unter anderem von der Diakonie Deutschland mitgegründet wurde, im Gepäck. Er lobte die gute Zusammenarbeit zwischen der Initiative und der Diakonie und gratulierte zu 150 Jahren Diakonie in der evangelischen Kirchengemeinde Letmathe.

Selbstverständlich hatte auch Superintendent Pfarrer Oliver Günther ein Grußwort vorbereitet. Er mahnte, dass Barmherzigkeit vom Aussterben bedroht sei und freute sich, dass Kirche und Diakonie gemeinsam für Barmherzigkeit stehen. „Wir gemeinsam machen den Unterschied“, so der Superintendent.

Anschließend hatte Pfarrer Rüdiger Schuch das Wort. Auch er hob die enge Verbindung von Kirche und Diakonie hervor und lobte die Letmather Gemeinde für ihr diakonisches Engagement. Und Pfarrer Schuch weiß schließlich wovon er spricht, war er selbst doch einst von 2000 bis 2006 Gemeindepfarrer in der evangelischen Kirchengemeinde Letmathe. Dementsprechend groß war bei vielen auch die Wiedersehensfreude. Mit seinem Vortrag zum Thema „Vielfalt leben. Hoffnung geben – Diakonisch handeln für ein gelingendes, demokratisches Zusammenleben“, das nicht aktueller sein könnte, lieferte er gute Impulse. Vieles wird in Letmathe bereits sehr gut umgesetzt. Es braucht dabei Menschen, die Brücken bauen und davon hat die Gemeinde zum Glück zahlreiche. Denn nur so wird allen Menschen, ganz gleich ihrer Fähigkeiten oder Einschränkungen die Möglichkeit gegeben, am gemeinschaftlichen Leben teilzuhaben.

Natürlich blieb später bei einem Imbiss noch genügend Zeit, sich gemeinsam über das Thema Diakonie, das in Letmathe großgeschrieben wird, auszutauschen.

Text und Bilder: Annabell Brock / Ev. Kirchenkreis Iserlohn