Austausch zur Katastrophenvorsorge: Hörgeschädigte Menschen im Fokus
Hagen. Wie können gehörlose und schwerhörige Menschen im Katastrophenfall besser erreicht und geschützt werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Austauschveranstaltung, die von der Diakonie Katastrophenhilfe organisiert wurde – in Kooperation mit dem Paritätischen Hagen und der Berufsfachschule Rettungsdienst der Feuerwehr Hagen. Unter-stützt wurde das Treffen durch zwei Gebärdensprachdolmetscherinnen, die eine vollständig barrierefreie Kommunikation ermöglichten.
Ziel der Veranstaltung war es, gemeinsam mit hörgeschädigten Teilnehmenden zu erarbeiten, wie sie bisher an Informationen zu Gefahrenlagen gelangen – z.B. Nutzung der Nora App oder Tess Relay -, wie gut sie sich wahrgenommen fühlen und welche zusätzlichen Angebote sie in Notfallsituationen – z,B. Dolmetscher:innen - benötigen. Offen wurden Erfahrungen ausgetauscht – von fehlenden barrierefreien Warnmeldungen bis hin zum Wunsch nach mehr visuellen Signalen, leicht zugänglichen digitalen Informationen und einer stärkeren Einbindung der Gebärdensprachgemeinschaft in die Krisenkommunikation.
Ein besonderer Programmpunkt war der Beitrag von Michael Schütte von der Berufsfachschule Rettungsdienst der Feuerwehr Hagen. Er erläuterte die Aufgaben von Rettungsdienst und Feuerwehr und stellte eine neue App – aidminutes - für die Kommunikation zwischen gehörlosen, aber auch fremdsprachigen Personen und dem Rettungsdienst vor. Die Anwendung befindet sich derzeit noch in der Planung und Entwicklung, soll jedoch künftig helfen, Sprachbarrieren im Einsatzfall schnell und zuverlässig zu überbrücken.
Die beteiligten Organisationen nahmen alle Rückmeldungen aufmerksam auf. Die Erkenntnisse fließen nun in die Weiterentwicklung einer inklusiven und barrierearmen Katastrophenvorsorge ein, die hörgeschädigten Menschen mehr Sicherheit und Teilhabe ermöglichen soll.
Die Veranstaltung machte deutlich, wie wertvoll echter Dialog ist – für die Betroffenen ebenso wie für die Akteure der Gefahrenabwehr. Gemeinsam wurden wichtige Impulse gesetzt, um Informationen im Katastrophenfall für alle zugänglicher und verständlicher zu gestalten.
Bildzeile (v. l.): Claudia Seidel (Der Paritätische Kreisgruppe Hagen), Peter Thiele (Berufsfeuerwehr Hagen-Stabsstelle Presse-, Medien-, und Öffentlichkeitsarbeit), Karsten Decker (Berufsfachschule Rettungsdienst der Feuerwehr Hagen), Rubina Fahad und Anette Becker (Diakonie Katastrophenhilfe), Michael Schütte (Berufsfachschule Rettungsdienst der Feuerwehr Hagen), Frauke van Ophuysen und Tina Tegethoff (Gebärdensprachdolmetscherinnen).




