Träger und Politik zur Zukunft von Kitas - Schick: „Wir ziehen an einem Strang“
Iserlohn. Eine hohe Qualität in der Pädagogik und verlässliche Betreuungsstrukturen sind zentrale Anliegen der Kita-Träger wie der Diakonie Mark-Ruhr und der Wegbereiter gGmbH. Um die passenden Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, haben sich diese beiden Träger mit dem Landtagsabgeordneten und Fraktionsvorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion, Thorsten Schick, zu einem Austausch über die KiBiz-Revision in der Kita Villa Afrika in Iserlohn getroffen.
Andreas Kerntke, Geschäftsführer der Wegbereiter gGmbH, verdeutlichte anhand praktischer Beispiele, in welchen Bereichen die Träger aktuell mit dem „Rücken zur Wand“ stehen und welche Erwartungen sie an die Landespolitik haben. Zwei Hauptanliegen sind eine verbesserte Finanzierung und weniger bürokratische Hürden. Thorsten Schick relativierte einige Kritikpunkte und stellte klar: „Wir möchten die Qualität in den Kitas sichern und den Trägern insgesamt mehr Gestaltungsspielraum bieten. Das Kern- und Randzeitenmodell ist ein wichtiges Instrument zur Stabilisierung des Kita-Alltags und zur Sicherstellung verlässlicher Betreuung. Wir finanzieren allen Trägern weiterhin neun Stunden pädagogische Kernzeit und damit mehr Fachkraftstunden als in fast allen westdeutschen Bundesländern.“
Er wies darauf hin, dass Land, Kommunen, Spitzenverbände, Kirchen und Träger unterschiedliche Perspektiven einnehmen. „Deshalb freue ich mich, dass wir alle an einem Strang ziehen, denn unser gemeinsames Ziel ist das Wohl der Kinder.“
Andreas Kerntke sowie Fabian Tigges und Janina Ruiz von der Diakonie forderten, dass die Auskömmlichkeit der Betreuung durch Fachkräfte gesichert wird. Andernfalls könnten sich Nachteile für die pädagogische Förderung ergeben. Auch das Thema Bürokratie müsse berücksichtigt werden. „Wir erwarten grundsätzlich, dass Berichts- und Dokumentationspflichten wie angekündigt reduziert werden und dass alle gesetzlich geforderten Maßnahmen auch finanziell unterstützt werden.“
Im Hinblick auf die geplanten ABC-Klassen, die besonders auf die Sprachförderung von Vorschulkindern abzielen, forderten beide Träger, die Expertise und Bezugspersonen in den Kitas stärker einzubeziehen. „Wir wollen mehr Verbindlichkeit, damit alle Kinder bei der Einschulung Deutsch sprechen können. Das gelingt nur mit verbindlichen Sprachstandsfeststellungen bei allen Kindern - auch bei diejenigen, die keine Kita besuchen“, entgegnete Schick.
Bildzeile: Zum Austausch über die Zukunft der Kitas und die geplante KiBiz-Revision trafen sich (v. l. n. r.) Fabian Tigges und Janina Ruiz (beide Diakonie Mark-Ruhr), Thorsten Schick (Fraktionsvorsitzender der CDU-Landtagsfraktion NRW) sowie Andreas Kerntke (Geschäftsführer der Wegbereiter gGmbH) in der Kita Villa Afrika in Iserlohn.




