Jugendhilfe im Dialog: Historische Spurensuche stößt auf großes Interesse
Iserlohn. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Jugendhilfe im Dialog“ begaben sich zahlreiche Interessierte auf eine Reise durch die Geschichte der evangelischen Waisenhauserziehung in Iserlohn. Die Reihe wurde von der Ev. Jugendhilfe Iserlohn-Hagen (EJH), einer Tochtergesellschaft der Diakonie Mark-Ruhr (DMR), anlässlich ihres 250-jährigen Jubiläums ins Leben gerufen. Unter dem Motto „Mitreden, entdecken, verstehen!“ lädt sie dazu ein, sich aktiv mit der Geschichte und Entwicklung der Einrichtung auseinanderzusetzen.
Der dritte Teil der Reihe stand unter dem Titel „250 Jahre evangelische Waisenhauserziehung in Iserlohn – ein Gang durch die Epochen“ und fand in Kooperation mit der VHS Iserlohn statt. Die Veranstaltung lockte rund 50 Gäste an und bot vielfältige Einblicke in die Geschichte der Einrichtung und die Entwicklung ihrer pädagogischen Arbeit.
Mit großer Fachkenntnis und anschaulichen Beispielen führten Prof. Dr. Holger Wendelin, Erziehungswissenschaftler an der Ev. Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe und Verfasser der Jubiläumschronik, sowie Brigitte Zywitz, Theologin, Pfarrerin im Ruhestand und Leiterin des Burgarchivs, durch die verschiedenen historischen Epochen. Dabei wurde deutlich, wie sich die Erziehung, Begleitung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen im Laufe von zweieinhalb Jahrhunderten verändert und weiterentwickelt haben.
Besonders eindrucksvoll war die Verbindung von historischem Vortrag und Ortsbegehung. Nach dem Auftakt in der VHS machte sich die Gruppe auf den Weg zum ursprünglichen Waisenhaus, das heute als Offene Ganztagsschule genutzt wird. Vor Ort wurden Geschichte und Gegenwart miteinander verknüpft. Die persönlichen Schilderungen anwesender Zeitzeuginnen und Zeitzeugen verliehen der Führung zusätzliche Authentizität und machten die Geschichte auf bewegende Weise erlebbar.
Die Veranstaltung verdeutlichte, wie eng die Geschichte der EJH mit der Stadt Iserlohn und den gesellschaftlichen Entwicklungen der jeweiligen Zeit verbunden ist. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit für Fragen und angeregte Gespräche und gewannen dabei neue Perspektiven auf die Geschichte der Waisenhauserziehung.
Mit dieser Veranstaltung setzte die Reihe „Jugendhilfe im Dialog“ einen weiteren Impuls, um die Geschichte der Einrichtung sichtbar zu machen und zugleich ihre Bedeutung für die Gegenwart und Zukunft der Kinder- und Jugendhilfe aufzuzeigen.
Bildzeile: Prof. Dr. Holger Wendelin von der EvH Bochum und Brigitte Zywitz vom Burgarchiv führten durch die Veranstaltung.




