Diakonie Mark-Ruhr
Diakonie

Arbeit-Leben-Zukunft (ALZ) GmbH

Aktivierungshilfen für Jüngere

Die Aktivierungshilfe richtet sich an Ausbildung suchende Jugendliche und junge Erwachsene…

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Die Aktivierungshilfe richtet sich an Ausbildung suchende Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren mit unterschiedlichen Hemmnissen bezogen auf die beruflichen Perspektiven. Die Aktivierungshilfe der Arbeit-Leben-Zukunft GmbH findet im Auftrag des Jobcenter Hagen und in Kooperation mit dem Caritasverband Hagen und der Arbeit-Leben-Zukunft GmbH statt. Insgesamt können bis zu 40 Personen in der Maßnahme Aktivierungshilfe aufgenommen werden.

Ziel der Maßnahme ist die Heranführung an das Ausbildungs- und Beschäftigungssystem durch fachpraktische Erprobung, begleitende Unterrichtseinheiten aber auch soziale Stärkung.
Innerhalb der Bietergemeinschaft wählen die Teilnehmer zwischen den nachfolgenden Projekten mit unterschiedlichen berufspraktischen Schwerpunkten:

Projekt I: „kitchen impossible“ 
Projekt II: „woodstock“
Projekt III: „Paint and Style“

Zusätzlich werden im Rahmen der Projekte Unterrichtseinheiten zur Stärkung von Basiskompetenzen, Bewerbungstraining sowie Sport- und Bewegungsangebote vorgehalten. Begleitete Praktikumsphasen bieten einen ersten Einblick in den beruflichen Alltag. Durch intensive sozialpädagogische Unterstützung erfahren die Teilnehmenden individuelle Hilfen zur Stabilisierung und Stärkung. Die Aktivierungshilfe findet in den Lehr- und Übungsräumen unserer Einrichtung in der Dödterstraße 10 (Elbershallen) statt.

Ansprechpartner:
Lidia Blottko
lidia.blottko@remove-this.alz-gmbh.org

Tel.-Nr. 02331 - 36736 17

Christiana Massny
christiana.massny@remove-this.alz-gmbh.org 

Tel.-Nr. 02331 - 36736 26

Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH)

Die Ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) bieten jungen Auszubildenden, deren Ausbildungserfolg…

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Die Ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) bieten jungen Auszubildenden, deren Ausbildungserfolg insbesondere durch Defizite im fachtheoretischen Bereich gefährdet ist, umfassende Hilfsangebote:

  • Lernberatung
  • Lernförderung
  • Erteilung von Fachunterricht in Kleingruppen oder Einzelförderung
  • an den individuellen Erfordernissen orientierte Lernangebote
  • Vorbereitung von Klausuren
  • Umfassendes Prüfungscoaching
  • Sozialpädagogische Beratung, Betreuung und Begleitung

Die Ausbildungsbegleitenden Hilfen werden nach Bedarfsklärung durch die Agentur für Arbeit  und dem Jobcenter Hagen finanziert. Eine umfassende Beratung erfolgt durch den Träger.

Ansprechpartner:
Tanja Jozefiak
tanja.jozefiak@alz-gmbh.org

Tel.-Nr. 02331 36736 14

Stefanie Schmidt
stefanie.schmidt@remove-this.alz-gmbh.org

Tel.-Nr. 02331 - 36736 19

Christopher Frank
christopher.frank@remove-this.alz-gmbh.org

Tel.-Nr. 02331 - 36736 18

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB / BvB Reha)

Die berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) dient der Berufsorientierung...

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Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB)

Die berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme für Jugendliche und junge Erwachsene mit spezifischem Förderbedarf (Lernbehinderung) bietet die Möglichkeit, die Aufnahme einer Ausbildung vorzubereiten oder eine geeignete Beschäftigung für sie zu finden. Dabei soll den Teilnehmern dazu verholfen werden, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten hinsichtlich einer möglichen Berufswahl zu überprüfen und zu bewerten, um ihre Chancen zu erhöhen, sich auf dem Arbeitsmarkt nachhaltig einzugliedern.

Ansprechpartner:
Karin Stutenz
karin.stutenz@remove-this.alz-gmbh.org

Tel.-Nr. 02331-34879 97

Lisa Stinner
Lisa.Stinner@remove-this.alz.gmbh.org

Tel.-Nr. 02331 34832 02

 

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB / BvB Reha)

Die berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme für Jugendliche und junge Erwachsene mit spezifischem Förderbedarf (Lernbehinderung) bietet die Möglichkeit, die Aufnahme einer Ausbildung vorzubereiten oder eine geeignete Beschäftigung für sie zu finden. Dabei soll den Teilnehmern dazu verholfen werden, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten hinsichtlich einer möglichen Berufswahl zu überprüfen und zu bewerten, um ihre Chancen zu erhöhen, sich auf dem Arbeitsmarkt nachhaltig einzugliedern.

Förderzentrum für junge Flüchtlinge U25

Gemeinsam mit dem Caritasverband Hagen e.V. sowie der Gesellschaft für Arbeit und soziale…

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Gemeinsam mit dem Caritasverband Hagen e.V. sowie der Gesellschaft für Arbeit und soziale Dienstleistungen Hagen mbH (GAD) setzt die Arbeit-Leben-Zukunft (ALZ)GmbH ein Förderzentrum für Flüchtlinge unter 25 Jahren um. Auftraggeber sind das Jobcenter und die Arbeitsagentur Hagen. Ziel der Maßnahme ist die Beseitigung spezifischer Integrationshemmnisse. Individuell stehen im Rahmen der Förderung die Heranführung an den deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt, die Feststellung, Verringerung und Beseitigung von Vermittlungs-hemmnissen sowie die Stabilisierung einer Beschäftigungsaufnahme im Vordergrund der Maßnahme.

In den Handlungsfeldern „Elektrotechnik“, „Betreuung und Pflege“ sowie „Hotel / Gaststätten / Hauswirtschaft“ gewinnen die Teilnehmenden erste Einblicke in die berufliche Praxis; neben fachpraktischen Tätigkeiten erwerben sie hier wichtige Kenntnisse über den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt allgemein aber auch zu Inhalten und Struktur konkreter Ausbildungsgänge.

Die Teilnehmenden überprüfen erste berufliche Zielsetzungen, stärken vorhandene Kompetenzen, und erproben sich in betrieblichen Praktika. In der ergänzenden Sprachförderung werden verbindliche Sprachmodule vorgehalten sowie über alle Handlungsfelder fachsprachliche Kompetenzen im Bereich Deutsch erworben. Übergreifend erfahren die Teilnehmenden bei Bedarf umfassende Hilfen zur Bewältigung des Alltags. Die Angebote reichen von Hilfen bei Antragstellungen und Wohnungssuche, über die Installation von Betreuungsangeboten für Kinder bis hin zu Angeboten zur Krisenbewältigung und psychosozialen Stärkung.

Ansprechpartner:
Tanja Jozefiak
tanja.jozefiak@remove-this.alz-hmbh.org

Tel.-Nr. 02331 - 36736 14

Paulo Friedrich
paulo.friedrich@remove-this.alz-gmbh.org

Tel.-Nr. 02331 - 35201 05

Überbetriebliche Berufsausbildung in integrativer Form (BaE integrativ)

Im Auftrag der Agentur für Arbeit bzw. der Jobcenter führt der Träger im Rahmen der Benachteiligtenförderung…

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Im Auftrag der Agentur für Arbeit bzw. der Jobcenter führt der Träger im Rahmen der Benachteiligtenförderung Berufsausbildung in  integrativer Form durch. Die Jugendberufshilfe bietet außerbetriebliche Berufsausbildungen in integrativer Form in folgenden Bereichen an:

  • Staatl. geprüfter Hauswirtschafter / staatl. geprüfte Hauswirtschafterin
  • Friseur / Friseurin
  • Die Ausbildung erfolgt in anerkannten Ausbildungswerkstätten des Trägers. Der Träger leistet darüber hinaus umfassende Fördermaßnahmen sowie die Koordination der Ausbildungs- und Förderprozesse

Zielgruppe:

  • Junge Erwachsene ohne berufliche Erstausbildung, die die allgemeine Schulpflicht erfüllt haben und aufgrund unterschiedlicher Benachteiligungen einen erschwerten Zugang zu Ausbildung und Arbeit haben.
  • Die Zuweisung erfolgt über die Agentur für Arbeit bzw. die Jobcenter

Die Angebote des Trägers umfassen insbesondere:

  • Qualifizierte Berufsausbildung
  • Modern und anspruchsvoll gestaltete Lernorte
  • Individuelle Lernförderung
  • Lernberatung
  • Sozialpädagogische Beratung, Betreuung und Begleitung
  • ausbildungsbegleitendes Bewerbungscoaching inkl. umfassender Praktika in regionalen Betrieben

Ziele der BaE integrativ sind vorrangig:

  • Übernahme in betriebliche Ausbildung
  • ein erfolgreicher Abschluss der Ausbildung
  • Vermittlung in den Arbeitsmarkt

Ansprechpartner:
Birgit Dabruck (Hauswirtschaft)
birgit.dabruck@remove-this.diakonie-mark-ruhr.de

Tel.-Nr. 02331 - 34845 88

Iris Weissenbacher (Frisör)
iris.weissenbacher@remove-this.alz-hmbh.org

Tel.-Nr. 02331 - 36736 21

Überbetriebliche Berufsausbildung in kooperativer Form (BaE kooperativ)

Im Auftrag der Agentur für Arbeit bzw. der Jobcenter führt der Träger im Rahmen der Benachteiligten...

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Im Auftrag der Agentur für Arbeit bzw. der Jobcenter führt der Träger im Rahmen der Benachteiligten- bzw. Rehabilitationsförderung gemeinsam mit regionalen Betrieben Berufsausbildungen in kooperativer Form durch. Die Jugendberufshilfe bietet außerbetriebliche Berufsausbildungen in kooperativer Form in folgenden Bereichen an:

  • Hotel und Gaststätten inkl. Koch/Köchin sowie Fachpraktiker/-in Küche
  • Hauswirtschaft / inkl. Fachpraktiker/-in Hauswirtschaft
  • Garten- und Landschaftsbau, inkl. Fachpraktiker/-in Garten- und Landschaftsbau
  • Floristik
  • Kosmetik und Körperpflege
  • KFZ-Mechatroniker / Berufsfeld Elektrotechnik
  • Berufsfeld Metall (u.a. Metallbearbeiter, Metallbauer)
  • Farbe / Raum (u.a. Maler und Lackierer), inkl. Bau- Metallmaler
  • Berufsfeld: Wirtschaft und Verwaltung
  • Lager / Handel

Im Rahmen der Ausbildungskooperation erfolgt die fachpraktische Qualifizierung in einem regionalen Kooperationsbetrieb. Der Träger leistet umfassende Fördermaßnahmen sowie die Koordination der Ausbildungs- und Förderprozesse.

Zielgruppe:

  • Junge Erwachsene ohne berufliche Erstausbildung, die die allgemeine Schulpflicht erfüllt haben und aufgrund unterschiedlicher Benachteiligungen einen erschwerten Zugang zu Ausbildung und Arbeit haben.
  • Die Zuweisung erfolgt über die Agentur für Arbeit bzw. die Jobcenter

Die Fördermaßnahmen des Trägers umfassen insbesondere:

  • Individuelle Lernförderung
  • Lernberatung
  • Sozialpädagogische Beratung, Betreuung und Begleitung
  • Coaching der Betriebe
  • passgenaues Bewerbungstraining

Ziele der Ausbildungskooperation sind vorrangig:

  • Übernahme in betriebliche Ausbildung
  • ein erfolgreicher Abschluss der Ausbildung
  • Vermittlung in den Arbeitsmarkt

Ansprechpartner:
Annette Jeschak
annette.jeschak@remove-this.alz-gmbh.org

Tel.-Nr. 02331 - 36736 12

Vergleichbare Einrichtung

Einrichtung der Beruflichen Rehabilitation im Sinne des § 35 SGB IX
 

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Die Evangelische Jugendhilfe Iserlohn - Hagen gem. GmbH ist anerkannte Einrichtung der beruflichen Rehabilitation im Sinne des § 35 SGB IX. Junge Menschen mit Behinderung können hier im Rahmen der Berufsvorbereitung ihre Talente und Möglichkeiten entdecken;  in qualifizierten Berufsausbildungen erzielen sie einen anerkannten Abschluss. Sämtliche Angebote orientieren sich an den persönlichen Voraussetzungen der Teilnehmenden.

Ausbildungen bieten wir in den Bereichen:

  • Fachpraktiker/-in Hauswirtschaft
  • Fachpraktiker/-in Küche
  • Friseur / Friseurin
  • Fachpraktika für personenbezogene Dienstleistungen

In der Lernförderung beraten qualifizierte Lehrer die Teilnehmenden individuell und entwickeln gemeinsam mit diesen ein passendes Angebot. Der Förderunterricht:

  • hilft Lernschwächen auszugleichen (individuelle Förderung bei Lese- und Rechtschreibschwäche, Dyskalkulie u.a.)
  • zeigt Wege, wie man wirkungsvoll lernt
  • leistet Unterstützung bei der Fachtheorie
  • bietet eine intensive Vorbereitung auf Klassenarbeiten und Prüfungen
  • zeigt Wege, wie man Prüfungsangst abbaut

Sozialpädagogische Betreuung

Sozialpädagoginnen und -pädagogen beraten und begleiten die Teilnehmenden bei ihrer beruflichen Orientierung oder Ausbildung. Aufgaben und Angebote der sozialpädagogischen Betreuung sind insbesondere

  • Erstellung eines individuellen Qualifizierungsplanes zusammen mit den Teilnehmenden
  • Bündelung der Hilfsangebote
  • Unterstützung bei persönlichen Problemen
  • Hilfen bei der Bewältigung von Krisensituationen
  • Hilfen bei der Bewältigung von Alltagsproblemen
  • Beratung von Betrieben bei der Gestaltung barrierefreier Ausbildungs- und Arbeitsplätze

Der medizinische Dienst des Trägers sowie psychologische Fachkräfte  ergänzen das Team der beruflichen Rehabilitation und stärken die ganzheitliche Förderung der Teilnehmenden. Der medizinische Dienst unterstützt Team und Teilnehmende durch rehabilitationsmedizinische Angebote, u.a.:

  • ergänzende, reha-medizinische Bewertung der Ausbildungsfähigkeit
  • Analyse der individuellen Leistungsfähigkeit bzw. Belastbarkeit
  • ergänzende reha-medizinische Eignungsprognose
  • unterstützende Befundkontrollen

Der Psychologische Dienst erweitert das Angebot der pädagogischen Fachkräfte insbesondere durch:

  • vertiefende Gesprächsangebote
  • Analyse der individuellen Belastbarkeit in der Arbeitswelt
  • Kriseninterventionen und Einleitung von externen Unterstützungsleitungen (z.B. Therapien)
  • systematisches Coaching der Fachkräfte des Trägers
  • Supervision von Förder- und Bildungsprozessen der beruflichen Rehabilitation.

Die Zuweisung zu allen Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation erfolgt über den zuständigen Reha-Berater / die zuständige Reha-Beraterin der ortsansässigen Agentur für Arbeit.

Ansprechpartner:
Frau Dabruck
birgit.dabruck@remove-this.diakonie-online.org

Tel.-Nr. 02331 - 34845 88

Barbara Lange
barbara.lange@remove-this.diakonie-online.org

Tel.-Nr. 02331 - 36736 23

Wie Schulabbrecher Karriere machen

06|2020

Hagen. Der Arbeitsmarkt ist für Jugendliche ohne Schulabschluss extrem hart. Eine Ausbildung zu finden, ist oft sehr schwer und durch die Corona-Pandemie sinken die Chancen weiter.

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Diakonische Träger halten mit außerbetrieblichen Ausbildungsprogrammen dagegen. Dabei entstehen oft beeindruckende Erfolgsgeschichten. Wie bei der Arbeit-Leben-Zukunft GmbH, einer Tochtergesellschaft der Diakonie Mark-Ruhr.

Als Janina volljährig wurde, sah ihre Zukunft nicht gerade rosig aus. "Ich bin nie gerne in die Schule gegangen", sagt die Hagenerin. Das Lernen fiel ihr schwer, sie schwänzte häufig den Unterricht und stand dann mit 18 Jahren ohne Schulabschluss da: Eine Situation, die viele Jugendliche in die Sackgasse der Arbeitslosigkeit führt. Doch Janina hatte Glück. Sie bekam die Chance, eine außerbetriebliche Ausbildung (BaE) bei der Bildungsfirma Arbeit-Leben-Zukunft (ALZ) zu machen. Zunächst hatte die junge Frau die Möglichkeit zu einem einwöchigen Praktikum bei einem Kooperationsbetrieb der ALZ. "Ich hatte nie daran gedacht, Friseurin zu werden. Aber schon nach zwei Tagen Praktikum wusste ich, dass ich das machen will", erzählt die heute 21-Jährige.

Knapp drei Jahre später steht Janina nun kurz vor ihrer Gesellenprüfung als Friseurin: "Alleine hätte ich es nie so weit gebracht". Zusätzlich zur Berufsschule erhielt sie an einem Nachmittag pro Woche Förderunterricht bei der Jugendhilfe. Hinzu kam ein intensives Einzelcoaching, wann immer Janina es brauchte. "Darum beneiden mich andere Azubis", weiß Janina.

Annette Jeschak, Geschäftsführerin der Arbeit-Leben-Zukunft (ALZ) GmbH, einer Tochtergesellschaft der Diakonie Mark-Ruhr kennt viele solcher ermutigenden Geschichten. "Unsere Erfolgsquote ist hoch." Rund 85 Prozent der Jugendlichen, die bei der Jugendhilfe eine außerbetriebliche Ausbildung machen, bestehen ihre Abschlussprüfungen. "Ein bis zwei Jahre nach Beendigung der Ausbildung haben 90 Prozent einen festen Job", sagt Jeschak.

Auch die Evangelische Jugendhilfe Schweicheln macht als Träger der kooperativen außerbetrieblichen Ausbildung ähnlich gute Erfahrungen. "Mehr als 80 Prozent der Azubis absolvieren am Ende erfolgreich ihre Prüfungen im ersten Anlauf, alle anderen schaffen es im zweiten Anlauf", sagt Bereichsleiter Christian Klöpper.

Und das, obwohl die Voraussetzungen vieler Jugendlicher denkbar schlecht sind, wenn sie in die außerbetriebliche Ausbildung starten. "Viele haben eine problematische Schulbiografie", betont Jeschak. Oft haben sie ? so wie Janina ? keinen Schulabschluss. Häufig kommen auch Sprachschwierigkeiten hinzu. "Andere haben durchaus einen qualifizierten Schulabschluss, psychische Besonderheiten verstellen aber den Zugang zu einer tragfähigen Anschlussperspektive."

Die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter weisen die Teilnehmenden des Programms den Trägern zu. Zu Beginn werden sie zu einem ersten Gespräch mit den Sozialarbeitern der Jugendhilfe und ? falls es schon einen Berufswunsch gibt ? mit den Lehrkräften eingeladen. Anschließend wird ein Kooperationsbetrieb gesucht. Einige der Jugendlichen haben bereits Kontakt zu einem Betrieb, der bereit ist, diese Rolle zu übernehmen. Das Besondere bei der Ausbildung: Die Azubis sind nicht bei den Unternehmen angestellt. Den Ausbildungsvertrag schließen sie stattdessen mit dem Träger ab. Der Kooperationsbetrieb übernimmt die fachpraktische Ausbildung.

Die Arbeit-Leben-Zukunft GmbH bildet derzeit 112 Azubis in unterschiedlichen Berufen aus. Neben Friseur-Lehrlingen sind unter den Azubis angehende Hauswirtschafter, Industriemechanikerinnen, Köche, Landschaftsgärtner, Mediengestalterinnen, Verwaltungsangestellte, Verkäufer oder Logistik-Facharbeiterinnen. Die Jugendlichen bekommen bei der außerbetrieblichen Ausbildung intensiven Förderunterricht in Gruppen oder teilweise auch einzeln. Besonders unterstützt werden sie vor den Prüfungen. Hinzu kommt die sozialpädagogische Betreuung. "Wir vermitteln zum Beispiel, wenn es Schwierigkeiten im Betrieb gibt", sagt Jeschak. Bei privaten oder persönlichen Problemen der Jugendlichen, bieten die Sozialpädagogen Hausbesuche oder Einzelgespräche an. Teilweise werde auch an entsprechende Beratungsstellen weitervermittelt.

Annette Jeschak erlebt immer wieder, dass sich dieser Einsatz für die Jugendlichen lohnt. "Manchmal ist es wie ein kleines Wunder." Da sei etwa der junge Mann aus einem schwierigen Elternhaus, der teilweise im Heim aufwuchs und ohne Schulabschluss von der Förderschule kam. Bei der Arbeit-Leben-Zukunft absolvierte er erfolgreich eine Ausbildung zum Friseur. Später machte er sogar noch seinen Meister. "Heute hat er ein florierendes Friseurgeschäft", erzählt Jeschak.

Viele Jugendliche, die in ihrer Schullaufbahn nur Misserfolge hatten, entwickelten in der Ausbildung auch erstaunliche Willenskraft, beobachtet die Geschäftsführerin der Arbeit-Leben-Zukunft GmbH. Da sei etwa die schwangere Auszubildende, die ihre theoretische Prüfung zur Köchin unbedingt noch vor der Geburt ihres Kindes schaffen wollte. "Sie fuhr dann gleich nach der Prüfung in den Kreißsaal. Nur wenige Wochen nach der Geburt schaffte sie dann auch noch ihre praktische Prüfung."

Die kooperative BaE ist nur eine von mehreren Möglichkeiten für Jugendliche, die Schwierigkeiten haben, auf dem ersten Ausbildungsmarkt Fuß zu fassen. Die Evangelische Jugendhilfe Schweicheln bietet daneben unter anderem auch die integrative BaE an. Dabei werden die Jugendlichen in den eigenen Werkstätten als Gärtnerinnen, Metallbauerinnen, Tischler, Hauswirtschafter und Malerinnen ausgebildet. Darüber hinaus vermittelt die Evangelische Jugendhilfe Schweicheln auch Plätze im Rahmen des Ausbildungsprogramms NRW. Die Jugendlichen schließen dann einen Vertrag mit einem Betrieb ab, der diesen Ausbildungsplatz jedoch zusätzlich anbietet und dafür eine monatliche Förderung von 300 Euro vom Land erhält. Die Azubis bekommen von der Jugendhilfe Förderunterricht sowie Unterstützung durch einen Jobcoach.

Im Zuge der Corona-Krise und der schrumpfenden Wirtschaft rechnen die Träger damit, dass ihre Hilfen zur beruflichen Integration von Jugendlichen stärker nachgefragt werden. Die Jugendhilfe Schweicheln hat von den Akteuren auf dem Arbeitsmarkt bereits Signale erhalten, dass die Zahl der Ausbildungsplätze im Kreis Herford sinken wird. Die berufsintegrierenden Programme seien allerdings so angelegt, dass in Zusammenarbeit mit den Auftraggebern bis zu 30 Prozent mehr Plätze angeboten werden können, erklärt Klöpper. "Wir sind so aufgestellt, dass wir das umsetzen können."

Auch Annette Jeschak rechnet damit, dass in diesem Jahr Jugendliche mit schwieriger Biographie noch mehr Probleme haben werden, eine Ausbildung zu finden. Im Juni sind schon deutlich mehr Bewerbungen von Jugendlichen auf dem Tisch der Geschäftsführerin gelandet als in vorangegangenen Jahren. "Es ist in diesem Jahr wirklich besonders wichtig, dass jungen Menschen Perspektiven geboten werden", betont sie.

Janina ist ein Beispiel dafür, wie das gelingen kann. Die junge Frau hat dank ihrer außerbetrieblichen Ausbildung gute Zukunftsaussichten. Der Kooperationsbetrieb hat ihr bereits eine feste Stelle in einer Filiale zugesagt. Jetzt muss die junge Frau nur noch ihre Gesellenprüfung bestehen. Sie ist zuversichtlich: "Ich glaube, dass ich das schaffen werde. Ich bekomme wirklich gute Unterstützung."

Text: Claudia Rometsch (www.diakonie-rwl.de)

Flüchtlinge als Fachkraft statt Hilfsarbeiter

07|2019

In Guinea hat Mamadou Diallo schon als Bäcker und Taxifahrer gearbeitet. In Deutschland würde der 20-jährige Flüchtling gerne einen qualifizierten Beruf ausüben.

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Doch der Weg zur Fachkraft ist so beschwerlich, dass zwei Drittel der Geflüchteten in NRW in Helferjobs landet. Das kritisiert der Arbeitslosenreport der Freien Wohlfahrtspflege NRW aus Anlass des morgigen „Welttages des Flüchtlings“.

Qualifizierung und Bildung“ steht in großen Lettern über der Eingangstür, die Mamadou Diallo jeden Tag öffnet. Das Motto ist für den 20-jährigen Flüchtling aus Guinea Programm: In der ehemaligen Eckkneipe verbessert er sein Deutsch, paukt Mathematik, schreibt Bewerbungen, holt sich Hilfe für Behördengänge und Anträge. In den Pausen kocht und kickert er mit anderen jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren. Das Förderzentrum für junge Flüchtlinge, das die Arbeit- Leben- Zukunft Hagen der Diakonie gemeinsam mit Caritas und AWO betreut, ist für Mamadou Diallo zu einer zweiten Heimat geworden. Hier qualifiziert und bildet er sich für den deutschen Arbeitsmarkt. Seine Chancen auf einen Job stehen tatsächlich gut. Die Zahl der versicherungspflichtig beschäftigten Flüchtlinge hat sich in Nordrhein-Westfalen von März 2015 bis September 2018 mehr als vervierfacht und lag schließlich bei rund 60.000. Das belegt der neue Arbeitslosenreport der Freien Wohlfahrtspflege NRW.

Ohne Ausbildung kein guter Job
Doch die Hürden, einen Job als Fachkraft zu finden, sind nach wie vor hoch und der Weg dorthin ist lang. „Als ich vor zwei Jahren nach Deutschland kam, wusste ich nicht, was eine Ausbildung überhaupt ist“, erzählt Mamadou Diallo. „Und dass man sie braucht, wenn man hier eine gute Arbeit haben möchte.“ In Guinea ist er nicht lange zur Schule gegangen, hat stattdessen als Bäcker und Taxifahrer gearbeitet.
Einen Anspruch auf einen Integrationskurs hatte Mamadou Diallo nicht, weil er aus einem sogenannten „sicheren Herkunftsland“ kommt. Doch er spricht fließend Französisch und Englisch und hat seine Deutschkenntnisse mit Hilfe des Sprachunterrichts im Förderzentrum deutlich verbessert.

Viel Förderung nötig
Wie viel Förderung und gute Begleitung nötig ist, um junge Flüchtlinge in Ausbildung und Arbeit zu bringen, erlebt das achtköpfige Team des Förderzentrums jeden Tag. Rund 250 Geflüchtete unter 25 Jahren hat es seit seiner Gründung vor drei Jahren im Auftrag von Jobcenter und Arbeitsagentur betreut, 54 Prozent von ihnen sind auf den Arbeitsmarkt vermittelt, holten Schulabschlüsse nach oder nahmen an anderen Bildungsmaßnahmen teil.
„Wir machen allen Mut, sich für eine Ausbildung zu entscheiden“, erklärt Projektleiterin Annette Jeschak von der Evangelischen Jugendhilfe Hagen. Zumal es durchaus spezielle Fördermaßnahmen wie Einstiegsqualifizierungen, ausbildungsbegleitende Hilfen oder eine assistierte Ausbildung mit Jobcoach gibt. Sie helfen den Flüchtlingen, sprachliche und kulturelle Hürden in der Berufsschule und am Arbeitsplatz zu nehmen.
Komplexe rechtliche Regelungen

„Diese Programme bringen viel, kosten aber Zeit und Durchhaltevermögen“, betont Annette Jeschak. Und nicht jeder Flüchtling hat einen Anspruch darauf. Die rechtlichen Regelungen der Arbeits- und Ausbildungsförderung sind komplex und oft schwer zu durchschauen. Kein Wunder also, dass gut zwei Drittel der Geflüchteten in NRW nur im Niedriglohnbereich beschäftigt sind.
Laut Arbeitslosenreport ist fast die Hälfte in Helferjobs tätig, mehr als jeder Fünfte in Leiharbeit. „Viele Flüchtlinge arbeiten deutlich unter ihren Möglichkeiten“, beobachtet Diakonie RWL-Vorstand Christian Heine-Göttelmann, der auch Vorsitzender der Freien Wohlfahrtspflege NRW ist. Er plädiert dafür, allen Flüchtlingen, die in Deutschland eine Arbeitserlaubnis erhalten, sofort alle nötigen berufsvorbereitenden und ausbildungsfördernden Hilfen zu geben.

Ausbildungsplatz, aber keine Arbeitserlaubnis
Das wünschen sich auch viele der rund 80 Betriebe, mit denen das Förderzentrum in Hagen und Umgebung zusammenarbeitet. Sie wollen in die Flüchtlinge als Fachkräfte von morgen investieren, scheitern aber an Asylverfahren und rigiden Aufenthaltsbestimmungen. Thomas Triglone, pädagogische Fachkraft im Hagener Förderzentrum, hat einen jungen Mann aus Guinea betreut, dem ein Dachdecker einen Ausbildungsvertrag anbot.
Doch die dafür nötige Arbeitserlaubnis wurde ihm von den Behörden verwehrt. „Während der Dauer einer Ausbildung hätte man ihn nicht nach Italien abschieben dürfen, wo er zuerst einen Asylantrag gestellt hatte“, vermutet Thomas Triglone. „Für einen Hilfsjob bei McDonalds hat er sie dann bekommen.“

Abschiebungen trotz Qualifizierung
Die acht Mitarbeiter des Förderzentrums können viele solcher Geschichten erzählen. Jahrelang verbessern Flüchtlinge ihre Deutschkenntnisse, holen Schulabschlüsse nach, machen Praktika und bekommen schließlich einen Arbeitsvertrag. Doch dann droht die Abschiebung. „Wir haben Flüchtlinge erlebt, die so verzweifelt waren, dass sie sich das Leben nehmen wollten“, erzählt Annette Jeschak. Manchmal hilft der kurze Draht des Förderzentrums zu Jobcenter und Arbeitsagentur, die bei den Ausländerbehörden intervenieren. Manchmal hilft der Weg zum Anwalt. Mamadou Diallo ist ihn gegangen, als sein Asylantrag abgelehnt wurde. Im August könnte er eine zweijährige Ausbildung in der Systemgastronomie machen, die ihn vor einer Abschiebung schützen würde.
„Für mich passt das alles nicht zusammen“, sagt Annette Jeschak. „Wir brauchen Fachkräfte und haben Flüchtlinge, die wir dafür qualifizieren können. Doch die Politik sorgt mit ihren rigiden Asylgesetzen dafür, dass viele hier keine Zukunft haben.“
Text und Fotos: Sabine Damaschke

Werkstattjahr / Aktivierung Pro

Erlangen vom Hauptschulabschluss nach Klasse 9 mit individueller Förderung

02|2019

Die Maßnahme „Werkstattjahr“ richtet sich an junge Menschen unter 18 Jahren, die aus unterschiedlichen Gründen einen komplexen Förderbedarf haben. Ziel ist, durch eine pädagogische Betreuung, die Jugendlichen in eine Ausbildung zu integrieren. Dabei wird dieses Ziel aus einer Verbindung zwischen Lernen und produktiver Arbeit verfolgt.

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Die Teilnehmer besuchen an zwei Tagen die Berufsschule, um den Hauptschulabschluss nach Klasse 9 zu erreichen. In diesem Zusammenhang findet einmal pro Woche vor Ort beim Träger ein zusätzlicher Schultag statt, um Inhalte aus dem Unterricht zu vertiefen und Unsicherheiten in Bezug auf den Schulbesuch abbauen zu können.

An weiteren Tagen befinden sich die Teilnehmer in zwei verschiedenen Arbeitsbereichen. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit zwischen dem Bereich der Hauswirtschaft, welcher neben der täglichen Zubereitung einer Mahlzeit, der Grundreinigung des Hauses, auch eine Vorbereitung auf ein selbstständiges Leben darstellt und dem Maler- und Lackierer Bereich zu wählen, der durch die Arbeit an Malerkabinen, die handwerklichen Fähigkeiten der Teilnehmer fördert und das Durchhaltevermögen der Teilnehmer fordert. Neben den zwei Bereichen sind unter dem produktiven Ansatz auch ausgeweitete Betriebspraktika vorgesehen.

Ansprechpartner:

Frau Anna Lehmhaus

0 23 31 - 348 79 97

anna.lehmhaus@alz-gmbh.org