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Diakonie

Auswirkungen der Pflegereform in der Praxis: MdB Christel Voßbeck-Kayser besucht Diakoniestation Iserlohn


Iserlohn. Die Bundesregierung hat in der zurückliegenden Legislaturperiode zahlreiche Gesetzesänderungen im Bereich Gesundheit und Pflege auf den Weg gebracht. Vor diesem Hintergrund konnte die Diakoniestation Iserlohn jetzt die Bundestagsabgeordnete Christel Voßbeck-Kayser (CDU) begrüßen. Gemeinsam mit Pflegedienstleiterin Simone Kesten und Bereichsleiter Marc Asbeck ging um eine kritische Reflektion, wie sich die Veränderungen im Bereich der Pflege in der Praxis auswirken.

„Praxisbeispiele sind die beste Argumentationshilfe“, sicherte Christel Voßbeck-Kayser zu, die Hinweise der Diakonie Mark-Ruhr sehr ernst zu nehmen und in die politische Beratung mit einfließen zu lassen. „Es gab ziemlich viele Veränderungen innerhalb kurzer Zeit. Da ist es wichtig, die tatsächlichen Auswirkungen aus erster Hand zu erfahren.“ Die neue Definition des Pflegebedürftigkeitsbegriffs, die Überleitung in Pflegegrade, neue Möglichkeiten für pflegende Angehörige, veränderte Kontrollen von Pflegediensten und Pflegeeinrichtungen sowie die Einführung einer neuen gemeinsamen Pflegeausbildung sind hierfür Beispiele.

„Für den Bereich der ambulanten Pflege können wir im Wesentlichen positiv auf die Veränderungen blicken. Es wurden Versorgungslücken geschlossen und für Patienten und pflegende Angehörige gibt es neue Entlastungsmöglichkeiten“, berichtet Marc Asbeck, Bereichsleiter der Ev. Pflegedienste Mark-Ruhr. „Allerdings fehlt uns an vielen Stellen das Personal“, wirbt er für den Pflegeberuf. Die Diakoniestation Iserlohn ist in diesem Zusammenhang noch ein Lichtblick: „Wir bilden seit Jahren auf einem hohen Niveau aus und haben so gut wie keine Personalfluktuation“, freut sich Simone Kesten. Unter den 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern befinden sich sechs Auszubildende. „Wer bei uns eine Ausbildung absolviert und einen guten Eindruck hinterlässt, wird auch nachbestanderen Ausbildung übernommen“, unterstreicht Marc Asbeck die Philosophie der Ev. Pflegedienste, zu denen insgesamt 18 Diakoniestationen mit mehr als 500 Mitarbeitenden zählen. Apropos Ausbildung: die generalisierte Ausbildung bzw. die Spezialisierung erst im dritten Ausbildungsjahr bewertet die Diakonie Mark-Ruhr kritisch. „Ich wage zu bezweifeln, ob das der richtige Weg ist, dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken“, so Marc Asbeck. Die Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade halten die Ev. Pflegedienste Mark-Ruhr indes für gelungen. „Dem tatsächlichen Pflegebedarf wird man so eher gerecht. Allerdings gibt es noch Verbesserungsbedarf in der Abstimmung der Versorgungsketten.“ Die Fachkräfte berichteten aber auch, dass grundsätzliche die Erwartungshaltung vieler Menschen gestiegen und der Umgangston hier und da für das Einsatzpersonal rauer geworden sei.